Müdigkeit und Erschöpfung

Müdigkeit und Erschöpfung
Dauerhafte Müdigkeit ist nicht normal und kann unterschiedliche Ursachen haben. Hält die Müdigkeit länger an, sollte man irgendwann anfangen, sich Gedanken zu machen. In vielen Fällen, etwa beim chronischen Fatigue-Syndrom, beim Burnout, bei schwerer Erschöpfung oder bei chronischen Vergiftungen, handelt es sich um multifaktorielle Syndrome.

Ursachen für Müdigkeit können sein:

  • Bewegungsmangel – mögliche Lösung: mehr Bewegung
  • Schlafqualität – mögliche Lösung: neue Einschlafrituale schaffen, für einen festen Schlafrhythmus sorgen, elektromagnetische Strahlung minimieren, Handy außerhalb des Schlafzimmers lassen
  • Fehlende Entspannungsroutinen – mögliche Lösung: regelmäßige Pausen, v.a. an der frischen Luft, regelmäßige Spaziergänge, Entspannungsübungen
  • Negative Gedankenspiralen – mögliche Lösung: Ursachen aufdecken, neue Denkweise etablieren, ggf. mit therapeutischer Unterstützung
  • Falsche Ernährungsgewohnheiten, Mangel an Mikronährstoffen und pflanzlichen Nährstoffen (Übersäuerung) – mögliche Lösung: Ernährungsumstellung

So Kannst Du die Ursachen analysieren

Ein Blutbild genügt oft nicht, um die Ursache für anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung zu finden. Die Lösungen, die die ganzheitliche Medizin sucht, liegen tiefer, als ein Blutbild zeigen kann.

Um das tatsächliche Problem aufzudecken, schauen sich Alternativmediziner die Zellen genauer an. Die Mitochondrien gelten nicht umsonst als „Kraftwerke der Zellen“: Sie sind für die gesamte Energieproduktion im Körper zuständig. Gibt es Energiedefizite, finden wir daher meist bei ihnen die Antwort. Wenn in der Zelle Energiemangel herrscht, entsteht dort eine Art Burnout.

Weil dieser Versorgungsmangel mit schulmedizinischen Methoden nicht zu finden ist, kommt man dem Problem mit deren Mitteln normalerweise auch nicht auf die Schliche. Dabei handelt es sich um die Lebensversorgung der Zelle: Ihr fehlen wichtige Spurenelemente, Nährstoffe und Mineralien, die sie für ihre Arbeit benötigt.

Bei chronischer Müdigkeit, Erschöpfung und Burnout wird dem Patienten schulmedizinisch häufig Überarbeitung attestiert und eine Pause verordnet – der Energiemangel in der Zelle bleibt jedoch, denn die Nährstoffdefizite werden durch die Pause nicht ausgeglichen.

So verursacht das Defizit in vielen Fällen weitere Symptome, die oft erst dann klinisch erkannt werden, wenn es bereits zu spät ist. Ist die Veränderung auch im Blutbild diagnostizierbar, ist es meist schon nicht mehr möglich, sie ohne Medikamente zu behandeln.

Die Diagnose lautet dann zum Beispiel Diabetes, Artrose, Verkalkung, Fettleibigkeit, Herzerkrankung, Bluthochdruck oder eine Autoimmunerkrankung. Die Medikamente, die infolgedessen verschrieben werden, behandeln jedoch oft nur die Symptome, nicht jedoch die Ursache der Erkrankung, die meist zu einem großen Teil in der falschen Ernährung liegt.

Um frühzeitig Probleme im Nährstoffhaushalt aufzudecken, kann man die Mikronährstoffe der Zelle messen lassen, um sie anhand der konkreten Werte anschließend ideal versorgen zu können. Leider sind solche Messungen eine Privatleistung und werden nicht von den Krankenkassen übernommen.

Unser Tipp: Die Ernährung umstellen

Oft folgt dem Ergebnis einer Mikronährstoffanalyse eine Lebens- oder zumindest eine Ernährungsumstellung.

Eine einigermaßen gesunde Ernährung reicht in den meisten Fällen leider nicht mehr aus. Bei Messungen des Nährstoffgehalts von konventionell angebautem Gemüse sieht man deutlich, dass selbst Rohkost fast keine Nährstoffe mehr enthält. Dabei ist unser Immunsystem auf genau diese Vitamine, Mineral- oder Ballaststoffe angewiesen.

Heute haben bereits Grundschüler Defizite, etwa was ihren Mineralienhaushalt angeht. Gibt es einen konkreten Verdacht oder  Symptome, sollten auch Schwermetallbelastungen gemessen werden, die die Mineralstoffaufnahme blockieren können. Eine Umstellung auf Bio-Produkte lohnt sich; sie enthalten deutlich mehr Nährstoffe.

Eine Ernährung mit an Mikronährstoffen reichen Lebensmittel wie Gemüsen, Obst, Salaten, Gewürzen, Kräutern und Nüssen  – am besten aus Bio-Anbau – füllt die ausgeschöpften Energiereserven wieder auf. Wenn der Mangel zu groß ist, sodass eine Nährstoffaufnahme über die Ernährung nicht mehr ausreicht, müssen zusätzliche Präparate genommen werden. Zu empfehlen sind in diesen Fällen Magnesium, Eisen, Selen, Kalium, Zink und anderen Spurenelemente oder Mineralien. Orthomolekulare Ernährungsmedizin unterstützt die Probleme sehr gut.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass wir bereits bei Kindern auf eine mikronährstoffenreiche Ernährung achten und  sie an den Geschmack von Gemüse und Obst gewöhnen. Bereits die Kleinsten nehmen damit gesunde Gewohnheiten mit ins Leben und sind damit früh genug gegen eventuelle Defizite geschützt.

Neben der Ernährungsumstellung sind Anti-Stress-Rituale sehr wichtig: Dazu gehören Spaziergänge in der Natur, Meditationen, feste Pausen, Entspannungsübungen und vieles mehr. Für die meisten Menschen, die unter Dauerstress leben, sind leider genau diese die Fremdwörter.

Der Darm und die Nährstoffaufnahme

Ein anderes wichtiges Thema ist der Darm. Hat er ein Problem, kann er die Nährstoffe nicht aufnehmen. In diesen Fällen kann eine Darmsanierung die Lösung sein. Im größten Verdauungsorgan kann auch die Ursache für Autoimmunerkrankungen, für Lebensmittelunverträglichkeiten oder eine Darmfloraschwäche liegen. 80 Prozent unserer Immunzellen befinden sich dort. Hier sollten also immer genügend Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe landen. Eine gute, gesunde Ernährung ist dafür essenziell.

Hormone

Und schließlich sollte man bei der Suche nach den Ursachen von Müdigkeit und Erschöpfung auch den Hormon-Status untersuchen lassen. Vor allem Hormone wie Testosteron, Östrogen, Progesteron und die Schilddrüse-Hormone können dabei eine wichtige Rolle spielen.

Wer leisten kann, sollte auch entspannen

Als Leistungsgesellschaft müssen wir erst wieder lernen, auf uns und unseren Körper zu achten und herauszufinden, was seine Bedürfnisse sind und wie wir sie erfüllen können. Unseren Körper so zu ernähren, wie er es braucht, ist auch ein Zeichen von Wertschätzung für das, was er Tag für Tag für uns leistet. Nur so können wir dauerhaft in Balance leben – und das ist in diesen Zeiten wichtiger denn je.